Sind Sie impulsiver? Verwenden Sie Ihr Telefon zu viel?
Sind Sie impulsiver? Verwenden Sie Ihr Telefon zu viel?
Anonim

Haben Sie Ihr Smartphone schon zur Hand, wenn morgens der Wecker klingelt? Ist es das Letzte, was Sie überprüfen, bevor Sie ins Bett gehen?

Ihre Bindung an Ihr Telefon – ob Sie Social Media oder Gaming verfolgen – kann etwas über Ihre Persönlichkeit aussagen: Sie sind möglicherweise eine Person, die eher dazu neigt, impulsive Entscheidungen zu treffen und sofortige Befriedigung zu wünschen.

Untersuchungen der Freien Universität in Berlin haben ergeben, dass „mit zunehmender Bildschirmzeit des Smartphones auch die Tendenz zunimmt, kleinere sofortige Belohnungen gegenüber größeren verzögerten Belohnungen zu wählen“. Die Studie wurde diese Woche online in der Zeitschrift Plos One veröffentlicht.

Während die Smartphone-Sucht zur Debatte steht, sagten die Forscher, haben frühere Studien bereits gezeigt, dass eine Präferenz für kleinere, sofortige Belohnungen – sogenannte „Delay Discounting“– mit anderen negativen Verhaltensweisen wie übermäßigem Alkoholkonsum, Glücksspiel und Drogenmissbrauch zusammenhängt. Ihre Studie geht noch einen Schritt weiter und verbindet die übermäßige Nutzung von Smartphones mit impulsiven Entscheidungen.

„Unsere Ergebnisse liefern einen weiteren Beweis dafür, dass Smartphone-Nutzung und impulsive Entscheidungsfindung Hand in Hand gehen“, sagten die Forscher Tim Schulz van Endert und Peter Mohr gegenüber CNN. "Menschen, die sich ihrer impulsiven Entscheidungsfindung bereits bewusst sind, können vom Wissen um ihr erhöhtes Risiko einer übermäßigen Nutzung von Smartphones profitieren."

Smartphones sind in den Industrieländern allgegenwärtig. Jüngste Umfragen gehen davon aus, dass 76 % der Erwachsenen und 80 % der Jugendlichen ein Smartphone besitzen, so die Studie. Der durchschnittliche Smartphone-Besitzer verbringt laut Studie zwischen 4,7 und 8,8 Stunden am Tag auf dem Gerät. Unglaubliche 33 % von uns greifen innerhalb von fünf Minuten nach dem Aufwachen zu unseren Handys, während mehr als ein Drittel der Teenager und 26 % der Eltern nachts auf ihr Handy schauen.

Der Hauptautor Schulz van Endert sagte gegenüber CNN, dass impulsive Entscheidungen von zwei Faktoren angetrieben werden – Ihrer Selbstkontrolle und der Fähigkeit, sich mögliche Ergebnisse Ihres Verhaltens und zukünftige Konsequenzen vorzustellen. Studienteilnehmer, die eine geringere Selbstkontrolle aufwiesen, neigten dazu, ihr Smartphone mehr zu benutzen, sagte er, obwohl sich diese Gruppe immer noch das Potenzial für schlechte Ergebnisse ihres Verhaltens vorstellen konnte.

Es überrascht nicht, dass die Forscher herausfanden, dass Social-Media- und Gaming-Apps, die beide Belohnungen in Form von „Likes“und „Belohnungen“oder „Boni“bieten, auf Smartphones am häufigsten verwendet wurden. Social-Media-Apps erschienen auf den Handys der Studienteilnehmer (87 %) als in Spielen (40 %). Auch Social Media beanspruchte mehr Zeit (46 Minuten) als Spiele (35 Minuten). Die Studie ergab jedoch, dass Shopping-Apps, die nachweislich ein Suchtpotenzial haben, keine verzögerte Rabattierung vorhersagen.

„Unsere Ergebnisse legen nahe, dass besonders starke Social-Media-Nutzer und Gamer ihre Tendenz zu kleineren, sofortigen Belohnungen berücksichtigen sollten“, schlossen die Forscher. „Alternativ können Menschen, die sich ihrer impulsiven Entscheidungsfindung bereits bewusst sind, vom Wissen um ihr erhöhtes Risiko der Übernutzung von Smartphones profitieren.“

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