Forscher aus Carolina haben möglicherweise gerade eine potenzielle HIV-Heilung entdeckt
Forscher aus Carolina haben möglicherweise gerade eine potenzielle HIV-Heilung entdeckt
Anonim

Eine antiretrovirale Therapie kann HIV auf nicht nachweisbare Werte im Blut senken. Trotzdem bleibt das Virus in latent infizierten ruhenden CD4+ T-Zellen im ganzen Körper vorhanden.

CD4-T-Zellen werden auch „Helferzellen“genannt, da sie Infektionen nicht neutralisieren. Ihre Rolle besteht darin, die Reaktion des Körpers auf Infektionen auszulösen. Eine HIV-Infektion macht diese Zellen zu Wirten für das Retrovirus. Während der Infektion bindet HIV an CD4-T-Zellen.

Es entlädt sein genetisches Material innerhalb der Helferzelle, sodass die genetische Kodierung des Wirts verändert werden kann, um HIV-Virionen zu produzieren. Dabei werden die Wirts-CD4-Zellen abgetötet.

Die Zerstörung der CD4-T-Zellen führt dazu, dass die Fähigkeit des Infizierten, eine Immunabwehr auszulösen, beeinträchtigt wird. Dadurch wird der Körper anfällig für opportunistische Infektionen wie HIV.

Leider kann das Immunsystem diese kompromittierten Zellen nicht erkennen, da es sie immer noch als CD4-T-Zellen ansieht. Keine aktuellen Therapien können sie beseitigen. Dieses Reservoir an latent infizierten ruhenden CD4+ T-Zellen gilt als das größte Hindernis für eine HIV-Heilung.

Wissenschaftler versuchen seit vielen Jahren verschiedene Latenzumkehrmittel, um HIV aus der Latenz zu induzieren, damit es für das Immunsystem sichtbar wird. Die erfolgreiche Bewältigung dieser anspruchsvollen Aufgabe wird es einer antiviralen Immunantwort ermöglichen, die virusinfizierten Zellen abzutöten.

Wissenschaftler der University of North Carolina in Chapel Hill und der Emory University haben einen wichtigen Schritt in Richtung dieses schwer fassbaren Ziels getan. Mit einer Verbindung namens AZD5582 gelang es ihnen, latent infizierte CD4+-T-Zellen in beeindruckenden Mengen im Blut und in vielen verschiedenen Geweben zu aktivieren, ohne oder mit sehr geringer Toxizität. AZD5582 ist ein Mimetikum des zweiten mitochondrialen Aktivators von Caspasen.

Es bietet eine allmähliche, aber anhaltende Aktivierung des nicht-kanonischen NF-kB-Wegs. Es löst auch weniger menschliche Gene aus als andere Latenzumkehrmittel. Diese Aktion macht es möglicherweise viel weniger toxisch.

„Zuvor hatte niemand erfolgreich ein Latenzumkehrmolekül am Menschen oder in einem Tiermodell mit menschlichen Zellen getestet, die eine systemische HIV-Induktion im peripheren Blut, in ruhenden CD4+-T-Zellen aus mehreren Geweben, demonstrierten, und diesen Erfolg dann bei einer völlig anderen infizierten Spezies repliziert.“mit einem anderen Virus “, sagte J. Victor Garcia, Co-Senior-Autor, Direktor des International Center for the Advancement of Translational Science und Professor für Medizin, Mikrobiologie und Immunologie an der UNC School of Medicine.

Die Studie über diesen Erfolg an der UNC School of Medicine wurde kürzlich in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.

Diese bahnbrechende Arbeit wurde in antiretroviralen Therapie-supprimierten Mausmodellen mit voll funktionsfähigen menschlichen Immunzellen erreicht, die typischerweise beim Menschen mit HIV infiziert sind. Diese Forschung wurde später in einer Längsschnittstudie mit Mehrfachdosis an der Emory University an Rhesusaffen, die durch antiretrovirale Therapie mit dem Simian Immunodeficiency Virus (SIV) infiziert waren, erweitert.

HIV

Qura Therapeutics, eine Partnerschaft zwischen Wissenschaftlern der UNC-Chapel Hill und ViiV Healthcare, führte die grundlegenden wissenschaftlichen Untersuchungen durch, die die Arbeit an Tiermodellen beschleunigten. Die Studie warnt davor, dass weitere Forschungen erforderlich sind, bevor Tests am Menschen beginnen können. Diese Arbeit gilt jedoch als bedeutender wissenschaftlicher Schritt zur Entwicklung kurativer Therapien.

„AZD5582 war bemerkenswert in seiner Fähigkeit, latentes SIV aus ruhenden CD4+-T-Zellen zu reaktivieren und eine fortgesetzte Virusproduktion im Blut zu induzieren, als Affen noch eine tägliche antiretrovirale Therapie erhielten“, sagte Dr. Ann Chahroudi, Mitautorin der Studie. Sie ist außerordentliche Professorin für Pädiatrie bei Emory und Direktorin des Center for Childhood Infections and Vaccines bei Emory and Children’s Healthcare of Atlanta.

„Dies ist eine aufregende wissenschaftliche Errungenschaft, und wir hoffen, dass dies ein wichtiger Schritt sein wird, um eines Tages das Virus bei Menschen mit HIV auszurotten.“

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