Linkshänder gelten als bessere Kämpfer
Linkshänder gelten als bessere Kämpfer
Anonim

Southpaws waren schon immer der Fluch der Rechtshänder im Boxring. Und jetzt weiß die Wissenschaft warum.

Wissenschaftler wissen seit langem, dass 10 Prozent der Menschen weltweit Linkshänder sind. Dieses Verhältnis von 1 zu 9 zwischen Linkshändern und Rechtshändern ist seit etwa 5.000 Jahren konstant geblieben. Forschungen, um herauszufinden, warum dieses Verhältnis so lange unverändert geblieben ist, bestätigten auch die lang gehegte, aber unbewiesene "Kampfhypothese", dass Linkshänder (im Boxen auch Rechtshänder genannt) eminent bessere Kämpfer sind als Rechtshänder.

Die 1996 von Raymond et al. vorgeschlagene Kampfhypothese argumentiert, dass Linkshändigkeit tatsächlich ein evolutionärer Vorteil ist, diesen Vorteil jedoch nur so lange behält, wie er viel seltener ist als Rechtshändigkeit.

Die Grundidee ist diese -

Rechtshänder haben nicht viel Erfahrung im Kampf gegen Linkshänder, weil Linkshänder so selten sind. Auf der anderen Seite haben Linkshänder viel mehr Erfahrung im Kampf gegen Rechtshänder, weil es von letzteren so viele gibt.

Die Schlussfolgerung, die zu ziehen ist, ist, dass Linkshänder im Kampf gegenüber Rechtshändern im Vorteil sind -

aber nur solange Linkshändigkeit selten bleibt. Die Seltenheit von Linkshändern lässt sich damit erklären, dass die meisten Geräte für Rechtshänder ausgelegt sind. Diese Realität bedeutet eine höhere Verletzungsrate bei Linkshändern, die Werkzeuge verwenden, die für Rechtshänder entwickelt wurden. Dies ist gleichbedeutend mit einem evolutionären Nachteil gegenüber Linkshändern und erklärt die 10-Prozent-Rate von Linkshändern.

Anekdotische Beweise für die kämpferische Überlegenheit der Linken sind, dass sie in der Ultimate Fighting Championship und im Wrestling überrepräsentiert sind, was bedeutet, dass sie mehr als 10 Prozent der Kämpfer in diesen Kampfkünsten ausmachen. Wissenschaftler sagten jedoch, dies beweise nicht die Überlegenheit des Kampfes.

Um die Richtigkeit der Kampfhypothese zu beweisen, führten Thomas Richardson und R. Tucker Gilman von der School of Earth and Environmental Sciences der University of Manchester im Vereinigten Königreich eine Studie durch, deren Ergebnisse in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht wurden.

Richardson und Gilman beurteilten, ob Linkshänder tatsächlich mehr Kämpfe gewinnen als Rechtshänder, unabhängig von ihrer Anzahl in einer bestimmten Sportart. Sie verwendeten eine viel größere Stichprobe als zuvor untersucht, um ihre Forschungsfrage zu bewerten. Sie untersuchten 13.800 professionelle Kämpfer (10.445 Boxer, 1.314 Boxerinnen und 2.100 Mixed-Martial-Arts-Kämpfer).

Richardson und Gilman fanden starke Beweise für die Kampfhypothese.

Sie konnten den Befund reproduzieren, dass Linkshänder im professionellen Kampfsport überrepräsentiert sind. Sie fanden heraus, dass unter den männlichen Boxern 17 Prozent Linkshänder waren, 12,5 Prozent Linkshänder bei Boxerinnen und 18,7 Prozent Linkshänder bei Mixed-Martial-Arts-Kämpfern. Dies steht im Vergleich zu den 10 Prozent der Linkshänder in der Gesamtbevölkerung.

Richardson und Gilman fanden auch Beweise dafür, dass linkshändige Kämpfer tatsächlich mehr Kämpfe gewinnen. Betrachtet man den Prozentsatz der gewonnenen Kämpfe, stellten Richardson und Gilman fest, dass in allen drei untersuchten Gruppen die durchschnittliche Chance, dass Linkshänder einen Kampf gewinnen würden, höher als 50 Prozent war. Für männliche Boxer betrug der Gewinnanteil 52,4 Prozent, während er für Boxerinnen 54,5 Prozent und für Mixed-Martial-Arts-Kämpfer 53,5 Prozent betrug.

Im statistischen Vergleich sind alle diese Zahlen signifikant und zeigen, dass Linkshänder im Kampfsport tatsächlich erfolgreicher sind als Rechtshänder.

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