Mehr Sport nach 60 senkt das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko
Mehr Sport nach 60 senkt das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko
Anonim

Es wird hart werden, aber Menschen über 60 Jahre sollen jeden Tag mehr Sport treiben, um Schlaganfälle und Herzerkrankungen besser abzuwehren, so eine neue medizinische Studie, die in Südkorea durchgeführt wurde und an der mehr als eine Million Teilnehmer teilnahmen.

Diese umfangreiche Studie, die von der Seoul National University Graduate School Department of Biomedical Sciences durchgeführt wurde, umfasste 1 119 925 Männer und Frauen im Alter von 60 Jahren und älter. Diese Teilnehmer wurden von 2009 bis 2010 und von 2011 bis 2012 zwei aufeinander folgenden Gesundheitschecks des Korean National Health Insurance Service (NIHS) unterzogen. Die Teilnehmer wurden bis Dezember 2016 nachbeobachtet. NIHS bietet 97 Prozent der südkoreanischen Bevölkerung Gesundheitsdienstleistungen an.

Die Studie ergab, dass Menschen, die mit zunehmendem Alter weniger mäßig oder intensiv körperlich aktiv waren, ein um 27 Prozent erhöhtes Risiko für Herz- und Blutgefäßprobleme haben. Auf der anderen Seite sahen diejenigen, die ihr Aktivitätsniveau erhöhten, ein um bis zu 11 Prozent verringertes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Der Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und dem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei älteren Menschen blieb auch bei Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und hohem Cholesterinspiegel konstant.

Die Forscher fanden auch heraus, dass Menschen, die beim Gesundheitscheck von 2009-2010 von kontinuierlicher Inaktivität auf mindestens drei- bis viermal pro Woche beim Gesundheitscheck von 2011-2012 mäßig oder intensiv aktiv waren, ein um 11 Prozent geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme hatten.

Personen, die bei der ersten Untersuchung ein- oder zweimal pro Woche mäßig oder stark aktiv waren, hatten ein um 10 Prozent verringertes Gesundheitsrisiko, wenn sie ihre Aktivität auf fünf oder mehr Mal pro Woche erhöhten.

Auf der anderen Seite sahen diejenigen, die bei der ersten Kontrolle mehr als fünfmal pro Woche mäßig oder stark aktiv waren und die dann bei der zweiten Kontrolle kontinuierlich inaktiv wurden, ein um 27 Prozent erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme.

Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen, die drei- bis viermal pro Woche von Inaktivität zu mäßiger oder intensiver Aktivität wechselten, verringerten ebenfalls ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme. Menschen mit einer Behinderung sahen ein um 16 Prozent reduziertes Risiko, während diejenigen mit Diabetes, Bluthochdruck oder Cholesterinspiegeln ein reduziertes Risiko zwischen 4-7 Prozent hatten.

„Die wichtigste Botschaft dieser Forschung ist, dass ältere Erwachsene ihre Trainingsfrequenz erhöhen oder beibehalten sollten, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verhindern“, sagte Kyuwoong Kim, ein Doktorand am Fachbereich Biomedizinische Wissenschaften der Seoul National University.

Weltweit ist dieser Befund von Bedeutung für die öffentliche Gesundheit, da die Weltbevölkerung der 60-jährigen und älteren Menschen laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis 2050 voraussichtlich zwei Milliarden Menschen erreichen wird. Diese Summe ist ein massiver Anstieg von 12 Prozent gegenüber 900 Millionen im Jahr 2015.

Dr. Kim sagte, dass es zwar für ältere Erwachsene schwierig ist, sich mit zunehmendem Alter regelmäßig körperlich zu betätigen, aber ihre Forschung legt nahe, dass es für die kardiovaskuläre Gesundheit von entscheidender Bedeutung ist, körperlich aktiver zu sein. Diese Schlussfolgerung gilt auch für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen.

„Wir glauben, dass gemeindebasierte Programme zur Förderung der körperlichen Aktivität älterer Erwachsener von den Regierungen gefördert werden sollten. Auch aus klinischer Sicht sollten Ärzte körperliche Aktivität zusammen mit anderen empfohlenen medizinischen Behandlungen für Menschen mit einem hohen Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ‚verschreiben‘."

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