Beobachtungsstudie verbindet Vitamin D mit einem längeren Leben
Beobachtungsstudie verbindet Vitamin D mit einem längeren Leben
Anonim

Eine ausreichende Zufuhr des „Sonnenschein-Vitamins“oder Vitamin D kann mit einem längeren Leben verbunden sein. Eine große in Österreich durchgeführte Beobachtungsstudie deutet darauf hin, dass junge und mittlere Erwachsene mit niedrigem Vitamin-D-Spiegel ein kürzeres Leben führen könnten.

Es stellte sich heraus, dass diese Kohorten mit niedrigen Vitamin-D-Spiegeln im Blut fast dreimal häufiger starben als diejenigen mit ausreichenden Spiegeln. Die Ergebnisse sind das Ergebnis einer 20-jährigen Nachbeobachtung von mehr als 78.000 österreichischen Erwachsenen.

Vitamin D wird vom Körper durch Sonneneinstrahlung produziert, kann aber auch in Lebensmitteln (insbesondere Fisch) oder Nahrungsergänzungsmitteln aufgenommen werden. Eine ausreichende Zufuhr von Vitamin D führt zu gesunden Knochen und Zähnen. Es könnte auch vor Typ-1-Diabetes und Multipler Sklerose schützen.

Es wird geschätzt, dass eine vernünftige Sonnenexposition auf nackter Haut für 5 bis 10 Minuten zwei- bis dreimal pro Woche ausreichend Vitamin D produziert.

Dr. Rodrig Marculescu, der leitende Forscher der Studie, und sein Team fanden einen klaren Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Spiegel im Blut und dem Risiko eines frühen Todes, insbesondere bei Menschen unter 60 Jahren.

Menschen mit einem Vitamin-D-Spiegel von 10 nmol/l (Nanomol pro Liter) oder weniger hatten während des Studienzeitraums ein fast dreimal höheres Sterberisiko im Vergleich zu denen mit einem ausreichenden Vitamin-D-Spiegel von 50 nmol/l. Auf der anderen Seite hatten Menschen mittleren Alters und jüngere Menschen mit Vitamin-D-Spiegeln von oder über 90 nmol/l ein geringeres Sterberisiko im Vergleich zu denen mit der 50-Marke.

Im Allgemeinen gelten Vitamin-D-Konzentrationen von 50 nmol/l oder höher nach Angaben der US-amerikanischen National Institutes of Health (NIH) als hoch genug für die allgemeine Gesundheit.

Als Forscher nach den Todesursachen suchten, fanden sie heraus, dass der Vitamin-D-Spiegel nur schwache Verbindungen zu Herzerkrankungen und Krebs aufwies. Stattdessen hatten Menschen mit niedrigen Spiegeln (unter 50 nmol/l) ein mehr als vierfach höheres Risiko, an Diabetes-Komplikationen zu sterben, als diejenigen mit ausreichenden Spiegeln.

Die Ergebnisse gelten jedoch als vorläufig. Es wird diese Woche auf der Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes in Barcelona vorgestellt.

Experten warnen davor, dass die Studienergebnisse nicht beweisen, dass ein niedriger Vitamin-D-Spiegel per se das Leben der Menschen verkürzt. Die Forschung entwickelt sich noch weiter.

Auf der anderen Seite tragen die neuen Erkenntnisse zu einer bereits umfangreichen Evidenz bei, die unzureichendes Vitamin D mit verschiedenen gesundheitlichen Auswirkungen in Verbindung bringt, von denen die häufigsten dünnere, schwächere Knochen sind. Frühere Studien haben auch einen unzureichenden Vitamin-D-Spiegel mit einem höheren Risiko für Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck, bestimmte Krebsarten und Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose in Verbindung gebracht.

Die Studie bestätigte, dass der Vitamin-D-Spiegel im Hinblick auf die Todesursache am deutlichsten mit Todesfällen durch Diabetes-Komplikationen in Verbindung gebracht wurde.

"Die Rolle von Vitamin D im Körper scheint mehr zu sein, als nur die Kalziumaufnahme und die Knochengesundheit zu unterstützen", sagte Connie Diekman, eine eingetragene Ernährungsberaterin und ehemalige Präsidentin der gemeinnützigen Akademie für Ernährung und Diätetik. Sie war nicht an der Studie beteiligt.

Diekman sagte, dies bedeutet, dass es unklar bleibt, ob eine Erhöhung der Vitamin-D-Zufuhr durch den Verzehr von Nahrungsmitteln oder das Einnehmen von Pillen verschiedene Krankheiten verhindert oder das Leben verlängert.

Ärzte stellen fest, dass viele Gesundheitszustände wie Typ-2-Diabetes früher im Leben eines Menschen beginnen. Es wurde auch beobachtet, dass Vitamin-D-Ergänzungen einen größeren Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit haben, an einer Krankheit zu sterben.

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