Für Frauen kann Migräne das Zeichen eines viel größeren Problems sein
Für Frauen kann Migräne das Zeichen eines viel größeren Problems sein
Anonim

Migräne ist mehr als nur schlimme Kopfschmerzen. Sie sind eine schwächende neurologische Erkrankung, die dazu führt, dass mehr als 90 Prozent der Migränepatienten ihre Arbeit oder andere normale Aktivitäten verpassen. Die Erkrankung betrifft eine von 10 Personen und tritt laut der Migraine Research Foundation am häufigsten bei Frauen auf. Neben pochenden oder pulsierenden Schmerzen hat eine neue im BMJ veröffentlichte Forschung ergeben, dass Migräne das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall und sogar den Tod bei Frauen, die sie erleiden, erhöhen kann.

„Angesichts der hohen Prävalenz von Migräne in der Allgemeinbevölkerung besteht ein dringender Bedarf, die beteiligten biologischen Prozesse zu verstehen und präventive Lösungen für Patienten bereitzustellen“, so die Forscher.

Ein Team von US-amerikanischen und deutschen Forschern untersuchte die Daten von mehr als 115.000 Frauen, die an der Nurses’ Health Study II teilnahmen, um den Zusammenhang zwischen Migräne, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Sterblichkeit zu bewerten. Teilnehmer, die zwischen 25 und 42 Jahre alt und frei von Angina pectoris und Herz-Kreislauf-Erkrankungen waren, wurden von 1989 bis 2011 beobachtet. Etwa 15 Prozent der Frauen gaben zu Beginn eine ärztliche Migräne-Diagnose an.

Mehr als 1.300 der untersuchten Frauen litten an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und 223 starben an den Folgen der Krankheit. Weibliche Migränepatienten hatten ein um 50 Prozent höheres Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einschließlich Herzinfarkte, Schlaganfälle und Angina/koronare Revaskularisationsverfahren, als Frauen, die keine Migräne hatten. Diese Risiken blieben auch nach Bereinigung um andere Risikofaktoren für diese Krankheiten bestehen.

Migräne war auch mit einem höheren Risiko für kardiovaskuläre Todesfälle bei Frauen unterschiedlichen Alters verbunden und galt unabhängig davon, ob sie rauchten, Bluthochdruck hatten, orale Kontrazeptiva einnahmen oder sich einer postmenopausalen Hormontherapie unterzogen.

Dies ist nicht das erste Mal, dass Migräne mit Schlaganfällen in Verbindung gebracht wird. Migräne, insbesondere Migräne mit Aura – Kopfschmerzen, die von Lichtblitzen, blinden Flecken oder Kribbeln in den Händen oder Füßen begleitet oder gefolgt werden – wurden durchweg mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko in Verbindung gebracht. Eine Studie ergab, dass Migräne bei älteren Patienten mit einem „stillen Schlaganfall“oder einem ischämischen Hirninfarkt in Verbindung gebracht wurde. Allerdings haben nur wenige Studien einen Zusammenhang zwischen Migräne, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Sterblichkeit gezeigt.

Migräne kann zu Schlaganfällen führen, indem sie die Funktion der Blutgefäße beeinträchtigt und das Risiko von Blutgerinnseln und vaskulären Risikofaktoren erhöht.

Die aktuelle Studie fügt Beweise hinzu, dass Migräne als wichtiger Risikomarker für Herz-Kreislauf-Erkrankungen angesehen werden sollte, sagten die Forscher. Es bedarf jedoch weiterer Forschung, um mögliche Ursachen von Migräne zu bestimmen und ob Behandlungen zu ihrer Vorbeugung dazu beitragen könnten, diese damit verbundenen kardiovaskulären Risiken zu verringern.

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