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Elektrische Hirnstimulation hilft Schlaganfallpatienten, die motorischen Fähigkeiten während der Rehabilitation zu verbessern
Elektrische Hirnstimulation hilft Schlaganfallpatienten, die motorischen Fähigkeiten während der Rehabilitation zu verbessern
Anonim

Elektrisiert arbeitet unser Gehirn besser. Transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) ist eine schmerzlose Behandlung, bei der elektrische Ströme zur Stimulation von Teilen des Gehirns verwendet werden. Eine neue Studie von Forschern der Universität Oxford untersucht diese Methode, um den Geist anzukurbeln. Ihre Ergebnisse legen nahe, dass der Einsatz von tDCS Patienten während der Rehabilitation nach einem Schlaganfall effektiv unterstützt.

Insbesondere Teilnehmer, die nach einem Schlaganfall zusätzlich zur Rehabilitationstherapie eine elektrische Hirnstimulation erhielten, zeigten stärker verbesserte motorische Fähigkeiten als Teilnehmer, die nur mit der üblichen Rehabilitation behandelt wurden. Die Verbesserungen seien auch nachhaltig, sagten die Forscher.

Transkranielle Gleichstromstimulation ist keine neue Idee, sagen die Autoren eines 2012 veröffentlichten wissenschaftlichen Artikels. Der Arzt des römischen Kaisers Claudius beschrieb, dass man einen lebenden Torpedofisch auf die Kopfhaut legt, um einen starken elektrischen Strom zur Linderung von Kopfschmerzen zu liefern. Alte medizinische Forscher berichten von anderen verschiedenen Versuchen, Elektrizität für die Therapie zu nutzen, während im 11. Jahrhundert ein muslimischer Arzt vorschlug, einen lebenden elektrischen Wels zur Behandlung von Epilepsie zu verwenden.

Als im 18. Jahrhundert die elektrische Batterie eingeführt wurde, begannen die Forscher immer mehr mit der Elektrostimulation zu experimentieren und entdeckten eine Vielzahl verschiedener Auswirkungen auf die menschliche Physiologie. In den letzten zwei Jahrhunderten führten Psychiater die Verwendung von elektrischem Strom zur Behandlung von Gehirnerkrankungen ein, während Wissenschaftler damit experimentierten, Muskel-Skelett-Erkrankungen und periphere Schmerzen zu lindern. In den letzten hundert Jahren wurde die grundlegende Technik von tDCS verfeinert. Die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse belegen, dass eine solche Stimulation des Gehirns Veränderungen der neuropsychologischen, psychophysiologischen und motorischen Aktivität bewirken kann.

Für die aktuelle Studie verwendeten Professor Heidi Johansen-Berg, Dr. Charlotte Stagg und ihre Kollegen eine Variante der Elektrostimulation, die als ipsiläsionale anodische tDCS bekannt ist. Dabei wird über eine am Schädel angebrachte Kathode ein positiver (oder anodischer) Strom an die geschädigte Seite des Gehirns angelegt. Frühere Forschungen legen nahe, dass ähnliche Stimulationsarten das Erlernen motorischer Fähigkeiten bei gesunden Menschen verbessert haben.

Die Oxford-Forscher stellten die Theorie auf, dass diese gleichen Effekte das Rehabilitationstraining für Schlaganfallpatienten verstärken könnten, die wieder lernen, ihren Körper zu benutzen.

Placebo-tDCS?

In der Studie wurden 24 Personen untersucht, deren Hand- und Armfunktion durch einen Schlaganfall beeinträchtigt war. Aufgeteilt in zwei Gruppen erhielt eine Gruppe neun Tage motorisches Training plus tDCS; die andere Gruppe erhielt ebenfalls neun Tage motorisches Training, aber sie wurden mit gefälschten Elektroden ausgestattet, die keine tDCS liefern konnten. „Placebo“-tDCS ist notwendig, um einen möglichen psychologischen Schub durch eine zusätzliche Behandlung auszuschließen. Vor, während und bis zu drei Monate nach dem Training maßen die Forscher die motorischen Fähigkeiten der Teilnehmer, um zu sehen, wie sehr sie sich verbessert hatten.

Drei Monate nach dem Training zeigte die Gruppe, die tDCS erhalten hatte, größere Verbesserungen in allen gemessenen Bereichen im Vergleich zu denen in der Kontrollgruppe. Die tDCS-Patienten zeigten eine bessere Nutzung ihrer Hände und Arme für Bewegungen wie das Heben, Erreichen und Greifen von Objekten, stellten die Forscher fest.

Gehirnscans zeigten auch, dass diejenigen in der tDCS-Gruppe mehr Aktivität in den für die motorischen Fähigkeiten relevanten Gehirnbereichen aufwiesen als die anderen.

„Diese Ergebnisse legen nahe, dass die Gehirnstimulation dem Rehabilitationstraining hinzugefügt werden könnte, um die Ergebnisse bei Schlaganfallpatienten zu verbessern“, schlossen die Forscher.

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