Die Wiederauferstehung des ausgestorbenen Virus könnte die Türen für Innovationen in der Gentherapie öffnen
Die Wiederauferstehung des ausgestorbenen Virus könnte die Türen für Innovationen in der Gentherapie öffnen
Anonim

Bei der Gentherapie werden Viren verwendet, um fehlende oder nicht funktionierende Gene zu ersetzen, um einige Krankheiten wie Krebs zu behandeln. Experten glauben, dass diese Technik an der Spitze der medizinischen Behandlung steht, aber leider hat sie einen massiven Fehler: Das Immunsystem zerstört die Viren oft, bevor sie die Möglichkeit haben, die Therapie durchzuführen. Laut einer aktuellen Studie könnte dieser Fehler durch die Wiederbelebung eines alten Virus behoben werden.

Derzeit verwenden Ärzte Viren, die auf natürliche Weise in der menschlichen Bevölkerung zirkulieren, als Gefäße oder Vektoren für ihre Gentherapien. Laut einer Pressemitteilung sind Viren die perfekten Gefäße für die Gentherapie, weil sie auf natürliche Weise in Zellen eindringen und anschließend ihr eigenes genetisches Material ins Innere spritzen, das sich dann weiter vervielfältigt - normalerweise eine Infektion verursacht. Wissenschaftler nutzen die natürliche Neigung von Viren, bestimmte Organe zu infizieren, und können diesen Prozess so manipulieren, dass die Viren Zellen mit fehlenden oder fehlerhaften Genen anstelle ihres eigenen genetischen Materials injizieren, berichtete Scientific American. Die Gentherapie hat sich bei der Behandlung von Erkrankungen wie Mukoviszidose und der Wiederherstellung des Sehvermögens als erfolgreich erwiesen.

Bisher wurden Viren wie Herpes und Polio als Vektoren für Gentherapien verwendet. Wenn ein Patient diesen Viren jedoch bereits ausgesetzt war, wird die Behandlung deutlich weniger wirksam. Um dieses Problem anzugehen, haben Wissenschaftler daran gearbeitet, verschiedene Versionen gängiger Viren zu entwickeln. Aber Viren sind komplex, und meistens verändern diese Bemühungen ihre Funktionalität und machen sie nutzlos.

Ein Wissenschaftlerteam in Massachusetts hat einen interessanten Ansatz zur Lösung dieses Problems verfolgt. Anstatt einen neuartigen viralen Vektor zu entwickeln, hat das Team ausgestorbene Viren wiederbelebt. Um diese beeindruckende Leistung zu vollbringen, erstellten die Forscher eine evolutionäre Zeitleiste des Adeno-assoziierten Virus, bekannt als AAV. Obwohl es immer noch Debatten darüber gibt, ob Viren als lebend angesehen werden oder nicht, hat sich ihre Struktur wie andere lebende Organismen im Laufe der Zeit verändert und weiterentwickelt. Durch die Erstellung eines Überblicks über die Veränderungen, die im Laufe seiner Evolutionsgeschichte im Virus aufgetreten sind, konnte das Team neun synthetische Vorfahrenviren nachbilden.

Die Ergebnisse zeigten, dass das älteste aller dieser im Labor entwickelten Viren, Anc80, in Mäuse injiziert wurde, direkt auf Leber, Muskeln und Netzhaut abzielen konnte, ohne toxische Nebenwirkungen zu verursachen.

"Die in dieser Studie entwickelten und charakterisierten Vektoren zeigen eine einzigartige und potente Biologie, die ihre Berücksichtigung für gentherapeutische Anwendungen rechtfertigt", erklärte der leitende Studienautor Luk H. Vandenberghe in einer Erklärung Verwendung als Vektoren in der Gentherapie."

In zukünftigen Forschungen hofft das Team, diese alten Viren zu verwenden, um die Evolution von Viren besser zu verstehen und effektivere Gentherapietechniken zu entwickeln.

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