Strenge Alkoholgesetze bedeuten weniger Trinken… die meiste Zeit
Strenge Alkoholgesetze bedeuten weniger Trinken… die meiste Zeit
Anonim

Junge Männer haben ein hohes Risiko für Alkoholkonsum, daher ist es gut, dass die Alkoholverordnung das tut, was sie sollen, als vorbeugende Maßnahme - zumindest die meiste Zeit.

Forschende der Universität Zürich in der Schweiz befragten rund 5.700 junge Männer (Durchschnittsalter 20 Jahre) zu ihren Trinkgewohnheiten sowie ihrem Lebensstil, ihrer Persönlichkeit und dem Konsum anderer Substanzen wie Cannabis und Tabak. Das Team stellte fest, dass die Männer, die in Kantonen mit strengeren Alkoholgesetzen lebten, tendenziell weniger gefährlich tranken.

Etwa die Hälfte der Befragten wurde als „Risikotrinker“identifiziert, das heißt, sie konsumierte mindestens einmal im Monat in einer Sitzung mindestens sechs alkoholische Getränke. Etwa ein Drittel von ihnen hatte auch Alkoholprobleme – wiederholtes Trinkverhalten mit schädlichen Folgen oder Risiken. „Junge Erwachsene und junge Männer sind am anfälligsten für risikoreiches und missbräuchliches Trinken, das sich zu einer Alkoholsucht entwickeln kann“, sagte Meichun Mohler-Kuo, Professorin am Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention der Universität Zürich, in eine Pressemitteilung.

In den Kantonen, in denen die Gesetze zum Verkauf und zur Werbung für Alkohol strenger waren, wurden diese Verhaltensweisen weniger beobachtet.

Wann reichen Gesetze nicht aus?

Der einzige Befund, der sich von den anderen abhob, trat auf, wenn Personen mit einer Tendenz zu "Sensation-Seeking" oder antisozialem Verhalten berücksichtigt wurden.

Männer in dieser Kategorie suchten unabhängig vom Risiko ständig nach aufregenden neuen Erfahrungen. Diese Kategorie wurde immer wieder mit alkoholbedingten Problemen und riskantem Trinkverhalten in Verbindung gebracht, zusammen mit Männern, die dazu neigen, Gesetze zu missachten. Bei dieser Gruppe hat die persönliche Veranlagung einen größeren Einfluss auf den Alkoholkonsum als gesetzliche Regelungen.

„Offenbar ist es sehr schwierig, mit den bestehenden Präventionsmaßnahmen die am stärksten gefährdeten Männer zu erreichen“, sagt Simon Foster, Wissenschaftler am Institut. „Diese Untergruppe braucht spezielle Präventionsmaßnahmen, die auf Früherkennung ausgerichtet und auf das Persönlichkeitsprofil der betroffenen Männer zugeschnitten sind.“

Sensation-Seeking ist ein Persönlichkeitsmerkmal, das in der psychologischen Welt ausgiebig untersucht wurde, aber die Neurowissenschaften beginnen erst, sich damit zu befassen. Das Verständnis der zugrunde liegenden neuronalen Mechanismen, die zu riskantem Verhalten führen, ist ein Kennzeichen von Sensationssuchenden und kann uns helfen, bessere Wege zu finden, um sie in präventiven Maßnahmen zu erreichen.

Beliebt nach Thema