Für Kinder mit Hörverlust könnte ein Ballon helfen
Für Kinder mit Hörverlust könnte ein Ballon helfen
Anonim

Eine neue Studie britischer Forscher hat herausgefunden, dass Kinder, die Komplikationen aufgrund einer Mittelohrentzündung haben, Fälle von Hörverlust reduzieren und unwirksame Antibiotika vermeiden können, indem sie einen Nasenballon verwenden. Die Ergebnisse, die eine vielversprechende alternative Behandlung für dieses häufige Problem darstellen, wurden im Canadian Medical Association Journal veröffentlicht.

In den letzten Jahren stellen Ärzte fest, dass immer mehr Kleinkinder eine Mittelohrentzündung mit Erguss entwickeln, besser bekannt als „Kleberohr“. Diese meist durch eine Infektion verursachte Erkrankung ist durch eine dicke Flüssigkeit im Mittelohr gekennzeichnet, die die Hörentwicklung beeinträchtigen kann. Da die Symptome selten auftreten, suchen Eltern oft keine Behandlung auf, bis sie bemerken, dass ihr Kind Hörprobleme hat. Die Studienstandorte, dass im Jahr 2004 2,2 Millionen Fälle von Mittelohrentzündung mit Erguss diagnostiziert wurden, kosteten schätzungsweise 4 Milliarden US-Dollar im Gesundheitswesen.

Die Mayo Clinic stellt auch fest, dass das Vorhandensein einer anhaltenden Infektion bei diesen Kindern oft zu einem größeren Hörverlust führt, und wenn Teile des Ohrs wie das Trommelfell dauerhaft geschädigt werden, kann das Kind einen dauerhaften Hörverlust erleiden. Die Krankheit ist oft auch durch Sprachschwierigkeiten und eine verzögerte Sprachentwicklung aufgrund dieser Hörschwäche gekennzeichnet.

„Leider sind alle verfügbaren medizinischen Behandlungen für Mittelohrentzündung mit Erguss wie Antibiotika, Antihistaminika, abschwellende Mittel und intranasale Steroide unwirksam und haben unerwünschte Wirkungen und können daher nicht empfohlen werden“, sagte Dr. Ian Williamson von der University of Southampton, Großbritannien in einer aktuellen Pressemitteilung.

Durch die Durchführung einer offenen, randomisierten Studie untersuchten die Forscher, wie die Verwendung eines Nasenballons zur Behandlung von Mittelohrentzündungen mit Erguss möglicherweise in größerem Maßstab in der Primärversorgung eingesetzt werden könnte. Das Gerät würde aktiviert, indem das Kind durch jedes Nasenloch in eine bestimmte Düse bläst, die dann den Ballon aufbläst. Bisher waren nur kleinere Studien in Krankenhäusern erfolgreich.

Für diese neuere Studie rekrutierten die Forscher 320 Kinder im Alter zwischen 4 und 11 Jahren aus verschiedenen Hausarztpraxen im Vereinigten Königreich, bei denen vor kurzem Mittelohrentzündung und Erguss in einem oder beiden Ohren diagnostiziert worden waren. Die Kinder wurden dann in zwei Gruppen eingeteilt, eine Kontrollgruppe, die eine Standardversorgung erhielt, und die andere eine Standardversorgung mit dreimal täglicher Autoinflation des Nasenballons für ein bis drei Monate. Insgesamt fanden die Forscher heraus, dass diese Kinder mit der Einführung des Nasenballons innerhalb eines Monats eher einen normalen Mittelohrdruck hatten als diejenigen, die keine Behandlung erhielten, ein Anstieg von 47,3 Prozent gegenüber 35,6 Prozent. Und nach drei Monaten stieg diese Wahrscheinlichkeit auf 49,6 Prozent gegenüber 38,3 Prozent bei denen, die keine Autoinflation erlebten.

„Autoinflation ist ein einfaches, kostengünstiges Verfahren, das kleinen Kindern in einer hausärztlichen Einrichtung mit einer angemessenen Erwartungshaltung beigebracht werden kann“, so die Autoren der Studie. „Wir haben festgestellt, dass die Autoinflation bei jungen Kindern im Schulalter mit Mittelohrentzündung mit Erguss machbar, sicher und wirksam ist, um Ergüsse zu beseitigen und wichtige Ohrsymptome, -sorgen und die damit verbundene Lebensqualität über einen Zeitraum von drei Monaten zu verbessern Watch-and-Warte-Periode."

Die Forscher fügen außerdem hinzu, dass sie eine breitere Anwendung dieser Behandlung für Kinder ab 4 Jahren empfehlen, um den damit verbundenen Hörverlust zu bekämpfen, bevor er zu einem langfristigen Problem wird.

Auch andere Ärzte machen mit dieser neuen Behandlung mit. Dr. Chris Del Mar und Dr. Tammy Hoffman vom Center for Research in Evidence-Based Practice der Bond University, Australien, zeigten ihre Unterstützung und schrieben: „Endlich gibt es etwas Wirksames, um Kindern mit Klebeohr etwas anderes als eine Operation anzubieten.” Sie fügen hinzu, dass diese Form der Operation, bei der typischerweise Drainageschläuche in die Ohren eingeführt werden, nur einer kleinen Anzahl von Kindern hilft.

Die Forscher hoffen, dass Nasenballons häufiger vorkommen werden, aber bevor sie diese Behandlung in größerem Umfang einführen, sind sich die Forscher bewusst, dass sie die Wirksamkeit der Methode zunächst eingehender testen und dann sowohl den Patienten als auch ihren Familien die Anwendung beibringen müssen.

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