Biomarker im Speicheltest können das Auftreten von Alzheimer und leichter kognitiver Beeinträchtigung vorhersagen
Biomarker im Speicheltest können das Auftreten von Alzheimer und leichter kognitiver Beeinträchtigung vorhersagen
Anonim

Ein leichter kognitiver Rückgang und die fortschreitende Alzheimer-Krankheit werden für manche Menschen mit zunehmendem Alter immer unvermeidlicher. Aber ein einfacher Speicheltest kann helfen, festzustellen, ob Sie die Krankheit in den nächsten sechs Jahren entwickeln werden. In einer vorläufigen Studie, die auf der Alzheimer's Association International Conference (AAIC) in Washington, DC, vorgestellt wurde, fanden Forscher der University of Alberta, Edmonton, dass spezifische Metaboliten - molekulare Nebenprodukte des Stoffwechsels - im Speichel auf metabolische Veränderungen im Gehirn hinweisen könnten, die auf frühe Stadien von Alzheimer.

Ähnlich wie bei anderen Krankheiten kann Alzheimer Jahre bis Jahrzehnte beginnen, bevor erste Symptome eines Gedächtnisverlustes auftreten. Mit geschätzten 5,2 Millionen Amerikanern, die in den USA an Alzheimer leiden, versuchen Ärzte immer noch herauszufinden, wie diese Patienten früh genug identifiziert werden können, um Interventionen durchzuführen. Shraddha Sapkota, Studentin der Neurowissenschaften am Neuroscience and Mental Health Institute der UAlberta, und ihr Forschungsteam glauben, dass Speichel als diagnostisches Werkzeug dienen könnte, um das Risiko von Gedächtnisverlust oder kognitiven Beeinträchtigungen zu bewerten, bevor es auftritt.

„Speichel ist leicht zu gewinnen, sicher und erschwinglich und hat ein vielversprechendes Potenzial zur Vorhersage und Verfolgung des kognitiven Verfalls, aber wir befinden uns noch in einem sehr frühen Stadium dieser Arbeit und es ist noch viel mehr Forschung erforderlich“, sagte Sapkota in einer Pressemitteilung der Alzheimer-Vereinigung.

Um einen kostengünstigen und nicht-invasiven Weg zu finden, um den Verlust des Gedächtnisses und der kognitiven Funktion im Gehirn vorherzusagen, testeten Sapkota und ihre Kollegen den Speichel einer kleinen Gruppe von Teilnehmern mit und ohne Gedächtnisverlust. Unter Verwendung von Daten der Victoria Longitudinal Study – einer langfristigen und groß angelegten Untersuchung des menschlichen Alterns – wurden Speichelproben von 22 Personen mit Alzheimer, 25 Personen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung und 35 Personen mit für ihr Alter normalen geistigen Fähigkeiten gesammelt. Die Speichelproben wurden mittels Flüssigchromatographie-Massenspektrometrie analysiert, um zu bestimmen, welche Substanzen im Speichel jeder der drei Personengruppen vorherrschen.

Die Ergebnisse zeigten starke Korrelationen zwischen den Konzentrationen bestimmter Substanzen und den kognitiven Fähigkeiten einer Person. Das Vorhandensein bestimmter Metaboliten war mit einem höheren kognitiven Verfall verbunden. Insbesondere fanden die Forscher heraus, dass bestimmte Substanzen, die bei Menschen mit Alzheimer in hohen Konzentrationen gefunden wurden, bei Menschen mit leichtem kognitivem Rückgang oder gesunden Gehirnen nicht so hoch waren. In der Zwischenzeit wurden zwei verschiedene Substanzen, die mit jeder der Gehirnerkrankungen korrelierten und mit einem schlechteren episodischen Gedächtnis in Verbindung gebracht wurden, bei gesunden Gehirnen nicht in hohen Konzentrationen gefunden.

Im Vergleich zum Testen auf Alzheimer-Biomarker wie Beta-Amyloid und Tau ist das Testen von Speichel einfach, billig und nicht invasiv. Die Ergebnisse sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, da die Vorstudie klein war und Variablen wie Begleiterkrankungen, Medikamente und Tabakkonsum nicht berücksichtigt wurden – die allesamt den Speichelgehalt beeinflussen können. Dieser Speicheltest steckt noch in den Kinderschuhen, könnte aber irgendwann zu einem bahnbrechenden Alzheimer-Tool werden.

In der gleichen Forschungsrichtung fand eine kürzlich in der Zeitschrift Neurology veröffentlichte Studie heraus, dass ein Bluttest vorhersagen kann, ob eine Person innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre an Alzheimer erkrankt. Die Forscher analysierten Blutproben von Teilnehmern ab 70 Jahren – keiner von ihnen hatte zu Beginn der fünfjährigen Studie Symptome von Alzheimer. Die Ergebnisse zeigten, dass bei denen mit Gedächtnisverlust oder Alzheimer ein Muster auftrat; 10 Arten von Lipiden im Blut veränderten sich auf ähnliche Weise.

Wie ein Speicheltest können blutbasierte Biomarker eine leichter zugängliche, weniger invasive und einfachere Option sein als teure Bildgebung des Gehirns, Spinalpunktion und Spinalflüssigkeitsextraktion. Da sich beide Studien jedoch noch in einem frühen Stadium befinden, gibt es immer noch keine Möglichkeit, die Krankheit zu verhindern oder zu behandeln. Ärzte glauben, dass bestehende Medikamente sowie die derzeit in der Entwicklung befindlichen Medikamente der vielversprechendste Weg sind, um die Krankheit bei Risikopatienten zu verhindern.

Mit neuen Forschungsergebnissen werden die Wissenschaftler näher daran kommen, die psychisch schwächende Krankheit, von der jedes Jahr Millionen betroffen sind, leicht zu erkennen.

Quellen: Sapkita S. Alzheimer's Association International Conference (AAIC) 2015 in Washington, D.C.

Jack Jr. CR, Knopman DS, Mielke MM et al. Vorhersage des Risikos einer leichten kognitiven Beeinträchtigung in der Mayo Clinic Study of Aging. Neurologie. 2015.

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