Der Verlust von Gesundheitspersonal könnte die Müttersterblichkeit in von Ebola betroffenen Ländern erhöhen: Weltbank
Der Verlust von Gesundheitspersonal könnte die Müttersterblichkeit in von Ebola betroffenen Ländern erhöhen: Weltbank
Anonim

NEW YORK (Thomson Reuters Foundation) – Mehr als 4.000 Frauen könnten in von Ebola betroffenen Ländern an Komplikationen während Schwangerschaft und Geburt sterben, da Ärzte, Krankenschwestern und Hebammen durch die Epidemie verloren gehen, teilte die Weltbank am Mittwoch mit.

Der Verlust von Gesundheitspersonal durch Ebola könnte die Müttersterblichkeit in Guinea um 38 Prozent, in Sierra Leone um 74 Prozent und in Liberia um mehr als 100 Prozent erhöhen, so die Bank in einem Bericht.

„Der Verlust von Gesundheitspersonal durch Ebola könnte die Müttersterblichkeit auf die zuletzt in diesen Ländern vor 15 bis 20 Jahren verzeichnete Rate erhöhen“, sagte Markus Goldstein, leitender Ökonom der Weltbank, in einer Erklärung.

Laut Weltbank starben Gesundheitspersonal häufiger als andere Teile der Bevölkerungsgruppe.

Mehr als 500 Mitarbeiter des Gesundheitswesens gehören zu den über 11.200 Menschen, die in Westafrika durch das hämorrhagische Fieber getötet wurden, das weiterhin Menschenleben fordert.

Der daraus resultierende Mangel an medizinischen Fähigkeiten belastet die bereits angeschlagenen Gesundheitssysteme weiter und wird sich wahrscheinlich auf die Sterblichkeit auswirken, die nicht mit Ebola in Zusammenhang steht, selbst wenn die drei Länder für frei erklärt werden, heißt es in dem Bericht.

Die Weltgesundheitsorganisation sagte am Montag, dass weitere 696 Millionen US-Dollar an Gebermitteln benötigt werden, um die Gesundheitsdienste in Guinea, Sierra Leone und Liberia in den nächsten zwei Jahren wieder aufzubauen.

Die Weltbank sagte, dass 240 Ärzte, Krankenschwestern und Hebammen in den drei Ländern sofort eingestellt werden müssten, um den geschätzten Verlust von Frauenleben aufgrund der Müttersterblichkeit zu vermeiden.

Insgesamt würden die drei Länder mehr als 43.500 Gesundheitspersonal benötigen, um die von den Millenniumsentwicklungszielen geforderten Gesundheitsversorgungsstandards zu erfüllen.

„Diese Länder benötigen dringend Investitionen in die Gesundheitssysteme, beginnend mit einer erheblichen Erhöhung der Zahl der ausgebildeten Gesundheitsfachkräfte“, sagte Tim Evans, Senior Director für Gesundheit, Ernährung und Bevölkerung bei der Weltbank.

(Berichterstattung von Maria Caspani, Redaktion von Leslie Gevirtz)

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