Wie Vorstellungskraft den BMI beeinflusst: Wer sich einen Geruch lebhaft vorstellen kann, ist eher übergewichtig
Wie Vorstellungskraft den BMI beeinflusst: Wer sich einen Geruch lebhaft vorstellen kann, ist eher übergewichtig
Anonim

Die Vorstellung, sich den Geruch von frisch gebackenem Brot oder einem Rosenstrauß vorzustellen, ist von Person zu Person sehr unterschiedlich. Neue Forschungen legen nahe, dass diese Fähigkeit unser Leben auf sehr spezifische Weise beeinflussen kann. Übergewichtige und fettleibige Erwachsene können sich Gerüche lebhafter vorstellen, sei es der Duft von Popcorn, ofengewärmten Keksen oder sogar Kiefern, so die Studie.

„Diese Ergebnisse legen die Möglichkeit nahe, dass die Fähigkeit zur Vorstellung von Bildern eine Rolle bei der erhöhten Reaktivität von Nahrungsmitteln spielt, die bei übergewichtigen Personen beobachtet wird“, stellten die Autoren in ihrem veröffentlichten Abstract fest.

Forscher der Yale School of Medicine begannen ihre Untersuchung mit einer sehr einfachen Beobachtung: Menschen, die übergewichtig sind, berichten häufiger von Heißhunger als ihre schlanken Kollegen. Was wäre, wenn die Forscher theoretisierten, dass Menschen mit höherem Körpergewicht nicht nur häufiger Heißhungerattacken verspürten, sondern auch eine größere Fähigkeit hätten, sich die Düfte und Aromen verschiedener köstlicher Lebensmittel vorzustellen. Würde das nicht ihr Verlangen verstärken und es ihnen fast unmöglich machen, der Versuchung zu widerstehen?

Um diese Hypothese zu testen, entwarfen die Forscher ein Experiment, das auf Kavanaghs Elaborated Intrusion Theory of Desire basiert. Kurz gesagt besagt die Theorie, dass lebendige mentale Bilder die Macht haben, Heißhungerattacken zu stimulieren und aufrechtzuerhalten, die durch das Denken, den Geruch und den Anblick von Essen ausgelöst werden. Zuerst füllten 25 Teilnehmer mit einer Reihe von Body-Mass-Indizes (BMI) von Untergewicht bis Adipositas eine Reihe von Fragebögen aus, in denen sie aufgefordert wurden, sich sowohl visuelle als auch geruchliche Hinweise vorzustellen. Nachdem die Teilnehmer die Lebendigkeit ihrer mentalen Bilder anhand dieser Hinweise bewertet hatten, füllten die Teilnehmer als nächstes einen Fragebogen aus, um die Stärke ihres Verlangens zu messen.

Die Forscher fanden heraus, dass Menschen mit einem höheren BMI eine bessere Fähigkeit haben, sich sowohl Lebensmittel- als auch Nicht-Lebensmittelgerüche lebhaft vorzustellen. Dies galt jedoch nicht für ihre visuellen Fähigkeiten. Menschen mit einem hohen BMI korrelierten nicht mit einer überdurchschnittlichen Fähigkeit, mentale Bilder zu zeichnen. Bei einer weiteren Analyse der Daten entdeckten die Forscher, dass phantasievolle Geruchsfähigkeiten sogar den BMI jedes Teilnehmers vorhersagen konnten.

Als nächstes ging das Forschungsteam mit 57 neuen Teilnehmern zurück ins Labor und fand die Ergebnisse ihres ersten Experiments bestätigt: Es besteht ein Zusammenhang zwischen BMI und der wahrgenommenen Fähigkeit, sich Gerüche vorzustellen, egal welcher Art.

"Diese Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit eines individuelleren Ansatzes bei der Identifizierung von Faktoren, die das Risiko einer Gewichtszunahme erhöhen können", erklärte Dr. Barkha Patel, Hauptautorin und Postdoc-Stipendiatin, in einer Pressemitteilung. Was wir riechen können, auch wenn es nur in unseren Köpfen vorkommt, wollen wir natürlich schmecken.

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