Menschen mit Herzgeräten müssen bei der Verwendung ihrer Smartphones möglicherweise vorsichtig sein
Menschen mit Herzgeräten müssen bei der Verwendung ihrer Smartphones möglicherweise vorsichtig sein
Anonim

Bei all den übertriebenen Ängsten, dass Handystrahlung den Körper negativ beeinflusst, scheint es eine Gruppe zu geben, die möglicherweise vorsichtig sein muss, wie und wo sie ihre Telefone verwenden: Menschen mit Herzschrittmachern oder anderen Herzgeräten.

Das ist das Fazit einer Studie, die heute auf dem gemeinsamen Treffen der European Heart Rhythm Association der European Society of Cardiology und Carrington (EHRA EUROPE - CARDIOSTIM 2015) vorgestellt wird. Die Studienautoren fanden heraus, dass die Verwendung von Smartphones in sehr seltenen Fällen möglicherweise implantierte Geräte, die die Herzfunktion regulieren sollen, aufgrund der vom Telefon freigesetzten elektromagnetischen Interferenzen (EMI) stören kann.

Die Autoren wollten die Beweise für aktuelle Sicherheitsempfehlungen rund um die Verwendung von Mobiltelefonen in der Nähe von Geräten wie Herzschrittmachern überprüfen. Da diese Empfehlungen und die Studien, die sie unterstützten, zu einer Zeit erstellt wurden, als Smartphones und implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren (ICDs), die den normalen Herzrhythmus durch einen kleinen Schock wiederherstellen, nicht regelmäßig verwendet wurden, beschlossen sie, einen Blick darauf zu werfen wie diese relativ neuen Technologien negativ miteinander interagieren können.

Mit 308 Probanden, 147 mit Herzschrittmachern und 161 mit ICDs, platzierten die Autoren drei weit verbreitete Smartphones, das Samsung Galaxy 3, das Nokia Lumia und das HTC One XL, direkt über ihrem Gerät auf der Haut. Anschließend simulierten sie mit einem Funkkommunikationstester die Smartphones während eines Anrufs, einschließlich Anrufen, Klingeln, Sprechen und Trennen, und über verschiedene Frequenzen, einschließlich derjenigen, die verschiedenen Mobilfunknetzen (GSM, obwohl der gängigste Mobilfunkstandard) entsprachen der weltweiten Kommunikation, wurde in vielen Smartphones durch den '3G'-UMTS- und den '4G'-LTE-Standard ersetzt). Elektrokardiogramme (EKGs) wurden verwendet, um mögliche Störungen zu erkennen.

„Aus früheren Studien wissen wir, dass die anfälligsten Phasen eines Anrufs das Klingeln und die Verbindung zum Netzwerk sind, nicht das Sprechen, daher war es wichtig, diese getrennt zu analysieren“, sagte Erstautor Dr und Kreislauferkrankungen am Deutschen Herzzentrum München in einer Pressemitteilung.

Nach mehr als 3.400 Tests berichteten die Autoren von genau einem Vorfall von Smartphone-EMI, der das MRT-kompatible ICD-Gerät eines Patienten verwüstete, jedoch nur bei Verwendung der Nokia- und HTC-Smartphones, die mit GSM oder UMTS betrieben wurden. Das Gerät hatte die elektromagnetischen Wellen der Telefone offenbar als Herzsignal verwechselt.

Glücklicherweise entkräften diese Ergebnisse die aktuellen Sicherheitsempfehlungen nicht. "Interferenzen zwischen Smartphones und Herzgeräten sind selten, können aber vorkommen, daher sollten die aktuellen Empfehlungen zum Einhalten eines Sicherheitsabstands beibehalten werden", sagte Lennerz. "Interessanterweise war das von EMI beeinflusste Gerät in unserer Studie MRT-kompatibel, was zeigt, dass diese Geräte auch anfällig sind."

Sie sollten jedoch die Benutzer von Herzgeräten dazu anregen, beim Umgang mit ihren Smartphones etwas vorsichtiger zu sein. „Fast jeder benutzt Smartphones und es besteht die Möglichkeit, dass ein Herzgerät gestört wird, wenn man zu nahe kommt. Patienten mit einem Herzgerät können ein Smartphone verwenden, sollten es jedoch nicht direkt über dem Herzgerät platzieren Tasche über dem Herzgerät", sagt Co-Autor Dr. Christof Kolb, Leiter der Abteilung Elektrophysiologie am Deutschen Herzzentrum. "Sie sollten ihr Smartphone auch an das Ohr gegenüber der Seite des Geräteimplantats halten."

Und für diejenigen, die sich fragen, gilt ein Abstand von etwa 15 Zentimetern zwischen Herzschrittmachern oder ICDs und Mobiltelefonen als absolut sicher.

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