Florida warnt Bürger vor potenziell "nekrotisierenden" Bakterien, die in Meerwasser und rohen Schalentieren leben
Florida warnt Bürger vor potenziell "nekrotisierenden" Bakterien, die in Meerwasser und rohen Schalentieren leben
Anonim

Für die Seefahrer Floridas ist es eine Vulnificus- und keine Hai-Saison, über die sie sich diesen Sommer Sorgen machen sollten, so die staatlichen Gesundheitsbehörden.

In der vergangenen Woche warnte das Gesundheitsministerium von Florida seine Bürger vor den Risiken, auf Vibrio vulnificus zu stoßen, ein Bakterium, das in natürlichen Meerwasserumgebungen vorkommt und mit dem Bakterium verwandt ist, das in ärmeren Entwicklungsländern Cholera verursacht. Es wird angenommen, dass die stäbchenförmigen Bakterien bereits acht Einwohner Floridas infiziert haben, was in diesem Jahr zu zwei Todesfällen führte.

"Menschen können sich mit Vibrio vulnificus infizieren, wenn sie rohe Schalentiere essen", sagte die Sprecherin des Gesundheitsministeriums von Florida, Mara Burger, am vergangenen Mittwoch laut ABC News. "Da es natürlicherweise in warmen Meeresgewässern vorkommt, können Menschen mit offenen Wunden [auch] Vibrio vulnificus durch direkten Kontakt mit Meerwasser ausgesetzt werden." Schnittwunden, die durch den Umgang mit Fischen wie Tilapia verursacht werden, können auch eine Möglichkeit für den Keim bieten, in unseren Körper einzudringen.

V. vulnificus kann sich zwar nicht mit dem schieren zerstörerischen Potenzial seines Cousins ​​rühmen, hat aber in den letzten Jahren stetig an Bekanntheit gewonnen, zum Teil aufgrund seiner Fähigkeit, unter bestimmten Umständen das Fleisch seiner Opfer durch eine schnelle Nekrotisierung der Haut aufzulösen und Muskeln, die die ursprüngliche Wunde umgeben, in der die Infektion begann. Wundinfektionen mit V. vulnificus können für bis zu 25 Prozent der Erkrankten tödlich sein, und selbst für Überlebende erfordern die schweren „Fleischfresser“-Fälle oft die Amputation der betroffenen Gliedmaßen.

Weniger auffällige, aber gefährlichere Fälle einer V. vulnificus-Infektion treten auf, wenn die Bakterien in den Blutkreislauf gelangen und eine Septikämie verursachen, eine sich verschlimmernde systemische Entzündung, die den Betroffenen mit starkem Schüttelfrost, Fieber, Übelkeit und schließlich septischem Schock zurücklassen kann. Mehr als 50 Prozent dieser Fälle enden tödlich. Diese Horrorfilm-Szenarien treten jedoch typischerweise nur bei immungeschwächten Personen oder mit chronischer Lebererkrankung auf; bei den meisten anderen führt V. vulnificus bei Einnahme zu Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen. Bei Verdacht auf eine V. vulnificus-Infektion wird eine sofortige antibiotische Behandlung, insbesondere in schweren Fällen, empfohlen.

In den Vereinigten Staaten ist der menschliche Kontakt mit V. vulnificus im Allgemeinen und selten in ausgewählten Gebieten wie der Golfküstenregion isoliert – Florida meldete letztes Jahr nur 32 Fälle. Trotz dieser niedrigen Zahlen scheint es, dass der Mensch, möglicherweise aufgrund des sich erwärmenden Wetters, mehr mit dem Keim in Kontakt kommt.

"Obwohl die Gründe für diesen Anstieg noch nicht ermittelt werden müssen, wurde festgestellt, dass Ausbrüche der V. vulnificus-Krankheit in Israel mit Rekordtemperaturen verbunden sind", erklärte eine Studie aus dem Jahr 2009 in Infektion und Immunität. "Diese Daten deuten darauf hin, dass der globale Klimawandel, der zu höheren Wassertemperaturen führt, die Häufigkeit der V. vulnificus-Krankheit erhöhen und die globale Verbreitung dieses Erregers beeinflussen kann." In den Vereinigten Staaten treten nach Angaben der Centers for Disease Control and Prevention zwischen Mai und Oktober über 85 Prozent der V. vulnificus-Infektionen auf.

Das Gesundheitsministerium von Florida unterhält eine Datenbank mit eingehenden V. vulnificus-Fällen und stellt seinen Bürgern Bildungsressourcen zur Verfügung. Die Seite empfiehlt unter anderem diese relativ einfachen Tipps:

  • Essen Sie keine rohen Austern oder andere rohe Schalentiere.

  • Schalentiere (Austern, Venusmuscheln, Miesmuscheln) gründlich kochen.

  • Vermeiden Sie es, offene Wunden oder verletzte Haut warmem Salz- oder Brackwasser oder rohen Schalentieren aus solchen Gewässern auszusetzen.

  • Tragen Sie beim Umgang mit rohen Schalentieren Schutzkleidung (z. B. Handschuhe).

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