Chronischer Stress tötet Menschen in Armut, insbesondere Frauen: CDC-Bericht
Chronischer Stress tötet Menschen in Armut, insbesondere Frauen: CDC-Bericht
Anonim

Ein neuer Bericht der Centers for Disease Control and Prevention zeigt, dass ein Leben in Armut für die psychische und physische Gesundheit der Menschen verheerender sein kann als bisher angenommen.

Überschwemmt von wissenschaftlichen Experimenten und soziologischen Erkenntnissen, vom in den 1960er Jahren geprägten „Kreislauf der Armut“bis hin zur allgemeineren „Kultur der Armut“, die einige Jahrzehnte später aufkam, hat die Erforschung, was die Erfahrung von Armut so schädlich macht, enorme Erkenntnisse geliefert. Angesichts der Kontroverse um die formelle Armutsdefinition der Bundesregierung könnte ein Großteil der Forschung die wahren Statistiken unterbieten.

Der neue Bericht der CDC analysiert Daten, die zwischen 2009 und 2013 gesammelt wurden. Er stellte fest, dass Frauen in jedem Alter schwerwiegenderen psychischen Stress hatten als Männer, und jüngere Altersgruppen neigten dazu, mehr Stress zu zeigen als ältere Kohorten. Aber die vielleicht aussagekräftigste Statistik aus dem Set war die Ungleichheit zwischen den Einkommensniveaus: Insgesamt 8,7 Prozent der Menschen unterhalb der bundesstaatlichen Armutsgrenze, definiert als ein Jahreseinkommen von 11.770 US-Dollar für eine alleinstehende Person und 24.250 US-Dollar für eine Familie mit vier erlebten ernsthafte psychische Belastungen, während nur 1,2 Prozent der Menschen mit oder über 400 Prozent der Armutsgrenze darunter litten.

Die beste Forschung bestätigt, was anekdotische Evidenz seit Jahren zeigt, dass Armut zyklisch ist und dem langfristigen körperlichen und emotionalen Wohlbefinden sehr abträglich ist.

Für den Anfang ist Armut laut. Dünnwandige Wohnungen tragen wenig dazu bei, die Geräusche von Kriminalität, häuslicher Gewalt und anderen nächtlichen Aktivitäten zu dämpfen. Im Jahr 2013 fanden Wissenschaftler heraus, dass Lärm einen schädlichen Einfluss auf die Hörverarbeitung von Kindern haben kann. Anderswo im Gehirn frisst Armut die Intelligenz der Menschen. Eine Studie, die nur wenige Monate vor den Ergebnissen zum Hören veröffentlicht wurde, zeigte einen dramatischen Rückgang des IQ bei Menschen, die in Armut leben, unabhängig davon, ob es ihnen an Geld oder Ernten mangelt.

Der Bericht der CDC deutete auch auf ungeheuerliche physische Auswirkungen hin. Erwachsene mit psychischem Stress litten häufiger an chronisch obstruktiver Lungenerkrankung, Herzerkrankungen und Diabetes als Erwachsene ohne ernsthafte psychische Belastung. Herzerkrankungen sind besonders besorgniserregend, da sie derzeit die häufigste Todesursache bei Männern und Frauen in den USA sind und jährlich ein Viertel aller Todesfälle ausmachen. Ohne Zugang zu frischem Obst und Gemüse wenden sich viele in Armut ungesunde verarbeitete Lebensmittel zu, um satt zu bleiben.

Noch alarmierender ist, dass diese Änderungen nicht unbedingt vorübergehend sind. Die romantischen Ideale einer Familie, die sich aus den Fängen von Drogen und Kriminalität befreien, um in gut beleuchteten Vororten zu gedeihen, mögen übertrieben sein, so die Wissenschaft, wie Armut die Gene der Menschen verändert. Als Wissenschaftler mehr als 20.000 Stellen im menschlichen Genom bei 3.000 Menschen untersuchten, fanden sie heraus, dass Menschen, die in Armut aufwuchsen, ganz andere Genexpressionen hatten als Menschen, die mit Geld gereift waren. Für die Forscher war das Fazit klar: Armut kann bleibende Eindrücke in der DNA eines Menschen hinterlassen, auch wenn Geld keine Rolle mehr spielt.

All diese Forschungen scheinen wenig Raum für Hoffnung zu lassen, was erklärt, warum der Kreislauf so schwer zu durchbrechen ist. Trotz des nötigen Mutes und Engagements stellen Umweltfaktoren für Familien oft ein zu großes Hindernis dar und zwingen sie, sich zwischen einem Leben in gesetzestreuem Leiden oder einem auf illegalen Mitteln basierenden Erfolg zu entscheiden. Egal, der Kreislauf geht weiter.

Zumindest wenden sich Wissenschaftler an diese, wenn sie auf eine Gesundheitspolitik drängen, die darauf abzielt, die Armen zu entlasten. Die Forschung hat verstanden, dass Armut keine Wahl ist, sondern eine angeborene Krankheit, die mit hormonellen Ungleichgewichten und genetischen Behinderungen gefüllt ist. Der einzige Ausweg ist eine helfende Hand, die eine Behandlung anbietet.

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