Die Unterdrückung des Immunsystems könnte Menschen retten, die durch gehirnfressende Amöben infiziert sind Naegleria Fowleri
Die Unterdrückung des Immunsystems könnte Menschen retten, die durch gehirnfressende Amöben infiziert sind Naegleria Fowleri
Anonim

Naegleria fowleri macht ihrem Spitznamen alle Ehre: die hirnfressende Amöbe. Nachdem ein Strom von kontaminiertem Süßwasser, normalerweise aus Seen, Flüssen und heißen Quellen, in die Nase gelangt, wandert der Parasit die Nasenhöhle hinauf zum Gehirn, wo er sich von Zellen ernährt und Proteine ​​​​freisetzt, die das Gehirngewebe zerstören. Diese Infektion, die als primäre Amöben-Meningoenzephalitis (PAM) bezeichnet wird, ist fast immer nicht behandelbar – in den USA haben nur drei der 133 Menschen, die sich seit der Entdeckung des Parasiten im Jahr 1962 infiziert haben, überlebt. Neue Behandlungsansätze könnten dies jedoch bald ändern.

Ärzte haben die Infektion mindestens seit 2013 mit dem Brustkrebsmedikament Miltefosin behandelt, als mehrere Fälle der Infektion in Südstaaten auftraten. Allerdings infiziert der Parasit das Gehirn so schnell – Patienten können innerhalb von fünf Tagen nach der Infektion sterben –, dass das Medikament oft nicht schnell genug verabreicht wird. Aus diesem Grund haben Forscher nach neuen Behandlungsansätzen gesucht, und eine neue Studie könnte einen gefunden haben, der darauf hindeutet, dass die körpereigene Immunantwort zur Letalität des Parasiten beiträgt.

Abdul Mannan Baig vom Department of Biological and Biomedical Sciences der Aga Khan University in Pakistan fand heraus, dass das Gehirn schnell und intensiv auf die parasitäre Infektion reagiert. Da der Parasit Enzyme und Toxine in das Gehirn freisetzt, die Zellen zerstören, startet das Immunsystem einen Gegenangriff und löst eine Entzündungsreaktion aus. Diese Reaktion schlägt jedoch nach hinten los, wodurch sich Druck aufbaut und schließlich die Blut-Hirn-Schranke durchbricht. Neuronale Schäden entstehen also nicht nur durch die Amöbe, sondern auch durch Entzündungen.

Baig kam zu diesen Schlussfolgerungen, nachdem er N. fowleri gegen Gehirnzellen in Laborschalen getestet hatte. Gehirnzellen, die mit Immunzellen gepaart waren, starben etwa acht Stunden früher als Gehirnzellen, die keine Hilfe von Immunzellen erhielten, berichtete New Scientist. Aus diesem Grund schlug Baig vor, dass Ärzte infizierte Patienten als erstes mit immunsuppressiven Medikamenten behandeln und dann mit Medikamenten, die PAM bekämpfen.

Dieser Ansatz könnte besonders für die Menschen in Pakistan und der umliegenden Region von Vorteil sein, wo laut Baig jedes Jahr etwa 20 Menschen an PAM sterben. In den USA ist diese Zahl weitaus geringer. „Es ist einen Test wert, aber es ist sehr schwer zu testen, weil die Infektion so selten ist“, sagte Jennifer Cope von den Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten gegenüber New Scientist. Da der Klimawandel in den USA zu einem Temperaturanstieg führt, können Infektionen jedoch häufiger werden.

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