Mundgesundheits-Hack: Kaugummi entfernt bis zu 100 Millionen Bakterien in 10 Minuten, ähnlich wie Zahnseide
Mundgesundheits-Hack: Kaugummi entfernt bis zu 100 Millionen Bakterien in 10 Minuten, ähnlich wie Zahnseide
Anonim

Schon in jungen Jahren wird uns immer wieder gesagt, dass Kaugummikauen zu Karies und schlechter Mundgesundheit führen kann. Ein Stück Kaugummi kann jedoch eine gute Zahnhygiene fördern, genauso wie zweimal täglich Zähneputzen und regelmäßiges Verwenden von Zahnseide. Laut einer kürzlich in der Zeitschrift PLOS ONE veröffentlichten Studie kann ein Kaugummikauen für bis zu 10 Minuten 100 Millionen Bakterien oder 10 Prozent der mikrobiellen Belastung im Speichel entfernen.

Kaugummi zu kauen ist für viele Menschen eine bösartige Angewohnheit. Zu den hohen Konsumraten von Kaugummi gehören durchschnittlich 280 Stück Kaugummi pro Person und Jahr in der Milliardenindustrie, was zur Erhaltung der Mundgesundheit beiträgt.

Typischerweise wird in den meisten handelsüblichen Gummis die Gummibasis mit Süßungsmitteln, Geschmacksstoffen und anderen Mitteln ergänzt. Allerdings wird Zucker heute oft durch künstliche Süßstoffe wie Sorbit, Xylit oder Mannit ersetzt. Laut einer im Journal of Dental Research aus dem Jahr 2006 veröffentlichten Studie wurde festgestellt, dass die Zugabe von Xylit und seinen zuckerfreien Begleitern die Bildung von oralen Biofilmen – Ursache von Infektionskrankheiten wie Karies und Parodontitis – auf den Zähnen reduziert.

Es wurde auch festgestellt, dass Kaugummi Auswirkungen auf die kognitive Leistungsfähigkeit, Stimmung, Wachsamkeit und Appetitkontrolle hat, aber seine Rolle in der Mundpflege wurde selten angesprochen. Um zu untersuchen, untersuchte ein Forscherteam der Universität Groningen in den Niederlanden, ob Kaugummi Bakterien aus der Mundhöhle entfernen kann. Fünf Studenten der Biomedizintechnik wurden rekrutiert, um zwei verschiedene Standardtypen von Spearmint-Kaugummi für verschiedene Zeiträume von 30 Sekunden bis 10 Minuten zu kauen. Danach wurde das Kaugummi in einen mit sterilem Wasser gefüllten Becher zur Analyse gespuckt.

Die Ergebnisse zeigten, dass auf jedem Stück Kaugummi etwa 100 Millionen Bakterien nachgewiesen wurden, wobei die Zahl mit zunehmender Kauzeit zunahm. Nach 30 Sekunden Kauen verliert der Kaugummi jedoch seine Haftfähigkeit, was bedeutet, dass er insgesamt weniger Bakterien einfängt. „Eingeschlossene Bakterien wurden mittels Rasterelektronenmikroskopie in Kaugummi deutlich sichtbar gemacht“, schreiben die Forscher in ihrer Arbeit.

Hersteller fügen dem Zahnfleisch absichtlich mehr Wirkstoffe hinzu, um seine Fähigkeit zu verbessern, Zähne zu remineralisieren und Karies zu reduzieren, oder um es dem Zahnfleisch zu ermöglichen, Plaque und Gingivitis zu reduzieren. Fluoride, antimikrobielle Mittel wie Chlorhexidin und Kräuterextrakte und Reinigungsmittel wie Polyphosphate wurden beispielsweise dem Zahnfleisch zugesetzt, um seine Reinigungskraft zu erhöhen. Diese Studie kann den Forschern helfen, ein Zahnfleisch zu entwickeln, das bestimmte krankheitsbedingte Bakterien selektiv aus dem Mund entfernt.

Kaugummi könnte möglicherweise genauso effektiv sein wie Zahnseide, obwohl sie jeweils auf unterschiedliche Bereiche des Mundes abzielen. Das Kauen von Kaugummi entfernt Bakterien nicht an den gleichen Stellen des Gebisses wie das Zähneputzen oder die Verwendung von Zahnseide. Die Ergebnisse legen mehr Wert auf die Langzeitwirkung des Zahnfleisches als auf die unmittelbaren Auswirkungen von Zähneputzen oder Zahnseide.

Die American Dental Association warnt, dass dies nicht bedeutet, dass Kaugummi eine Ergänzung zum Zähneputzen und Zahnseide oder ein Ersatz ist. Es wird empfohlen, zweimal täglich mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta zu putzen und die Zahnzwischenräume einmal täglich mit Zahnseide oder anderen Zahnreinigungsmitteln zu reinigen.

Wenn Sie einen schmutzigen Mund haben, kauen Sie darauf, um ein gutes sauberes Gefühl zu haben, egal was passiert.

Quellen: Busscher HJ, Maitra A, Monrando D et al. Quantifizierung und Qualifizierung von in Kaugummi eingeschlossenen Bakterien. PLUS EINS. 2015.

Ly KA, Milgrom P, Mueller G. Mutans Streptokokken-Dosis-Antwort auf Xylit-Kaugummi. J Dent Res. 2006.

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