Übergewichtige Menschen sind manchmal vor Diabetes und Herzerkrankungen aufgrund fehlender Stoffwechselprobleme geschützt
Übergewichtige Menschen sind manchmal vor Diabetes und Herzerkrankungen aufgrund fehlender Stoffwechselprobleme geschützt
Anonim

Fettleibigkeit trägt zu mehr als 60 verschiedenen ungesunden Erkrankungen bei, darunter Diabetes, Herzerkrankungen und Schlaganfall. Da sie wussten, dass mehr als ein Drittel der Erwachsenen in den Vereinigten Staaten fettleibig sind, beschlossen Forscher der Washington University School of Medicine, das Risiko dieser Menschen zu untersuchen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im Journal of Clinical Investigation.

„Diese Forschung zeigt, dass einige fettleibige Menschen vor den nachteiligen metabolischen Auswirkungen einer moderaten Gewichtszunahme geschützt sind, während andere anfällig dafür sind, diese Probleme zu entwickeln“, sagte Dr. Samuel Klein, leitender Forscher der Studie, Direktor des Center for Human Nutrition der Washington University, in eine Pressemitteilung. "Diese Beobachtung ist klinisch wichtig, da etwa 25 Prozent der übergewichtigen Menschen keine Stoffwechselkomplikationen haben. Unsere Daten zeigen, dass diese Menschen auch nach einer zusätzlichen Gewichtszunahme stoffwechselnormal bleiben."

Klein und sein Forschungsteam untersuchten 20 fettleibige Teilnehmer, die über mehrere Monate etwa 15 Pfund zunehmen sollten, um festzustellen, wie sich das zusätzliche Gewicht auf ihr Krankheitsrisiko auswirken würde. Bevor sie anfingen, wurden der Blutzucker, das Leberfett und andere Risikofaktoren der Probanden gemessen. Und dann aßen die Probanden unter Aufsicht eines Diätassistenten zusätzliches Essen aus Fast-Food-Restaurants.

„Unser Ziel war es, dass die Forschungsteilnehmer jeden Tag 1.000 zusätzliche Kalorien zu sich nehmen, bis jeder sechs Prozent seines Körpergewichts zugenommen hat“, sagte die Co-Autorin der Studie, Dr. Elisa Fabbrini, Assistenzprofessorin für Medizin an der Washington University School of Medicine, in der Pressemitteilung. "Das war nicht einfach. Es ist genauso schwierig, die Menschen zur Gewichtszunahme zu bewegen, wie sie zum Abnehmen zu bewegen."

Probanden, die sich anfangs in relativ gesunden Bereichen befanden, wurden durch die Gewichtszunahme nicht geschädigt und ihr Risiko erhöhte sich nicht. Bei denjenigen, die bereits anfangs gefährdet waren, hatte es sich jedoch deutlich verschlechtert, wenn sie zusätzliches Gewicht zunahmen. Nach Abschluss der Studie wurden die Testpersonen in ein Gewichtsabnahmeprogramm aufgenommen, das darauf abzielte, das gesamte zugenommene Gewicht zu verlieren.

Die Forscher fanden Antworten in der Art des Fetts in der Leber der Teilnehmer, was den Forschern half, festzustellen, ob eine fettleibige Person geschützt oder krankheitsgefährdet war. Ein weiterer Faktor war, dass manche Menschen, obwohl sie fettleibig waren, einen normalen Stoffwechsel hatten. Sie waren in der Lage, das zusätzliche Gewicht gesünder zu verstoffwechseln als diejenigen, die einen langsamen oder abnormalen Stoffwechsel hatten. Der nächste Schritt des Forschungsteams besteht darin, Fett-, Muskel- und Lebertypen genauer zu analysieren, um zu sehen, warum bestimmte übergewichtige Menschen vor Gefahren geschützt sind.

"Wir brauchen mehr Studien, um zu verstehen, warum Fettleibigkeit bei manchen Menschen bestimmte Krankheiten verursacht, bei anderen jedoch nicht", sagte Klein. "Könnte es an der Genetik, der spezifischen Nahrungsaufnahme, dem körperlichen Lebensstil, der emotionalen Gesundheit oder sogar den im Darm lebenden Mikroben liegen?"

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