Gedächtnissystem ähnelt 'Perlen an einer Schnur': Wie das Gehirn Ereignisse im Laufe der Zeit sequenziert
Gedächtnissystem ähnelt 'Perlen an einer Schnur': Wie das Gehirn Ereignisse im Laufe der Zeit sequenziert
Anonim

Obwohl unser Langzeitgedächtnis im Schulalter beginnt, verstehen viele von uns die subjektive Natur des Informationserinnerns – einschließlich aller, die jemals in einen Verkehrsunfall oder eine romantische Beziehung verwickelt waren.

Forscher der New York University sagen nun, sie hätten herausgefunden, wie das Gehirn die Abfolge von Erinnerungen organisiert, die es als diskrete „Bits“des Gedächtnisses im Langzeitspeicher ablegt. In der neuen Ausgabe von Neuron vergleicht die Psychologin Lila Davachi diese Erinnerungen mit Perlen an einer Halskette und bietet einen Einblick in die zeitliche Natur der Gedächtnisspeicherung im Gehirn.

„Unsere Erinnerungen sind bekanntermaßen ‚veränderte‘Versionen der Realität, und wie die Zeit verändert wird, ist nicht gut verstanden“, sagte Davachi, ein außerordentlicher Professor, in einer Erklärung. "Diese Ergebnisse lokalisieren die Gehirnaktivität, die erklärt, warum man sich an einige Ereignisse erinnert, die zeitlich näher beieinander und andere weiter auseinander liegen."

Obwohl unsere Lebenserfahrung kontinuierlich ist, werden unsere Erinnerungen wie „Perlen an einer Schnur“gespeichert, eine nach der anderen in chronologischer Reihenfolge – mit einer wichtigen Einschränkung. Aus irgendeinem unbekannten Grund kann der neurologische Prozess kein genaues Gefühl für das Timing zwischen den Ereignissen aufzeichnen, da einige Erinnerungen zeitlich enger angeordnet sind, während andere weiter auseinander liegen.

"Zeitliche Informationen sind ein wichtiges Organisationsprinzip des Gedächtnisses, daher ist es wichtig zu verstehen, woher diese Organisation kommt", sagte Davachi.

Ein solches Verständnis kann nicht unbedingt zu verbesserten Behandlungen führen, aber zu einem besseren Verständnis neurologischer Erkrankungen wie der Schizophrenie, deren pathogener Weg die Fähigkeit des Gehirns behindert, das Gedächtnis in der richtigen Reihenfolge aufzuzeichnen. In der Studie führte Davachi Gehirn-Imaging-Scans bei den Teilnehmern durch, während er die Teilnehmer anwies, einige Gedächtnisübungen durchzuführen. Ihnen wurden Bilder von Gesichtern und Gegenständen sowie ein szenisches Foto gezeigt. Die Teilnehmer wurden dann gebeten, sich diese Gesichter und Objekte in einer anderen Szene vorzustellen, eine Technik, die das Gehirn zwingen soll, neue Erinnerungen im Hippocampus des Gehirns zu kodieren, einer Region, die für das Gedächtnis verantwortlich ist.

Um zu beurteilen, wie das Gehirn solche Erinnerungen speicherte, zeigte Davachi den Teilnehmern später zwei Reize, entweder das Objekt oder das Gesicht aus der ersten Phase der Studie. Anschließend wurden sie gebeten, den zeitlichen Abstand zwischen den beiden Erinnerungen – dem Stimulus und der Szene – als sehr nah, nah, weit und sehr fern einzuschätzen.

Am Ende zeigte die Analyse der funktionellen Magnetresonanztomographie-Tests einen Zusammenhang zwischen der Aktivität im Hippocampus und der zeitlichen Distanz, mit der die Erinnerungen Raum waren. Bei größerer Hippocampus-Aktivität während einer Sitzung wurden Erinnerungen als dichter beieinander erinnert, während das Gegenteil auch der Fall war.

"Der Hippocampus ist eindeutig entscheidend dafür, wie wir uns an die zeitlichen Abstände zwischen den vielen Erinnerungen erinnern, die wir haben, und Ähnlichkeit im Gehirn im Laufe der Zeit führt zu einer größeren zeitlichen Nähe dieser Erinnerungen", sagte Davachi.

Die Studie wurde vom National Institute of Mental Health finanziert.

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