Fast 100 Tote bei Gelbfieber im sudanesischen Darfur: WHO
Fast 100 Tote bei Gelbfieber im sudanesischen Darfur: WHO
Anonim

Ein Gelbfieber-Ausbruch hat in den letzten sieben Wochen im sudanesischen Darfur fast 100 Menschen getötet, teilte die Weltgesundheitsorganisation mit, einer Region, in der Kämpfe den Zugang zur Gesundheitsversorgung untergraben haben.

Die von Mücken übertragene Krankheit hat sich im abgelegenen westlichen Territorium ausgebreitet, aber die gemeldeten Fälle konzentrierten sich auf Zentral-Darfur, teilten die WHO und das sudanesische Gesundheitsministerium in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Darfur wird von Konflikten geplagt, seit Rebellen 2003 zu den Waffen griffen und sich darüber beschwerten, dass die Regierung die Region vernachlässigt und ihre nicht-arabischen Minderheiten aus der Macht ausgeschlossen habe.

Die Gesundheitsversorgung wird in einigen Teilen Darfurs fast ausschließlich von Hilfsorganisationen bereitgestellt.

In der Erklärung hieß es, seit der letzten Septemberwoche seien 329 Verdachtsfälle von Gelbfieber und 97 Todesfälle gemeldet worden. Der Ausbruch hatte die regionalen Hauptstädte El Geneina und Nyala getroffen.

Es gibt keine wirksame Behandlung für das hämorrhagische Fieber, aber es gibt einen Impfstoff. In den betroffenen Gebieten würden rund 3,6 Millionen Menschen geimpft werden, heißt es in der Erklärung. Wie lange das Programm dauern würde, wurde nicht gesagt.

Fast die Hälfte der Gelbfieberfälle seien bei Menschen zwischen 15 und 30 Jahren aufgetreten, etwa ein Viertel seien Kinder im Alter von fünf bis 15 Jahren.

Hunderttausende Menschen könnten im Darfur-Konflikt gestorben sein, schätzen die Vereinten Nationen und Menschenrechtsgruppen. Die Regierung beziffert die Zahl der Todesopfer auf 10.000.

Der Internationale Strafgerichtshof hat gegen den sudanesischen Präsidenten Omar Hassan al-Bashir einen Haftbefehl wegen Kriegsverbrechen in der Region erlassen. Er bestreitet die Vorwürfe.

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