Genaue Interpretation des antinuklearen Antikörpertests ist der Schlüssel zur Bestätigung einer Autoimmunerkrankung
Genaue Interpretation des antinuklearen Antikörpertests ist der Schlüssel zur Bestätigung einer Autoimmunerkrankung
Anonim

Das Vorhandensein antinukleärer Antikörper (ANA) weist auf die Möglichkeit einer Autoimmunität hin und der indirekte Immunfluoreszenztest (IIF) an HEp-2-Zellen ist der Standard-Bluttest (ANA-HEp-2), der zum Nachweis von ANA verwendet wird. Studien haben jedoch gezeigt, dass bei bis zu 13% der gesunden Personen ein „falsch-positiver“ANA-Test auftritt. In solchen Fällen weist der Test das Vorhandensein von Autoantikörpern nach, die offensichtlich nicht mit Autoimmunität in Verbindung stehen. Forscher aus Brasilien haben nun charakteristische Merkmale des ANA-Tests bei gesunden Personen und Patienten mit Autoimmunerkrankungen entdeckt, die die Wahrscheinlichkeit einer fehlerhaften Diagnose einer Autoimmunerkrankung verringern. Ihre Ergebnisse wurden in der Januar-Ausgabe 2011 von Arthritis & Rheumatism, einer Zeitschrift des American College of Rheumatology (ACR), veröffentlicht.

Das Immunsystem ist dafür verantwortlich, den Körper vor fremden Eindringlingen und Infektionen zu schützen, aber bei einigen Personen greift das Immunsystem wiederholt gesunde Zellen im Körper an, was zu einer Autoimmunerkrankung führt. Nach Angaben der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) betreffen Autoimmunkrankheiten – darunter rheumatoide Arthritis, Sjögren-Syndrom und systemischer Lupus erythematodes – bis zu 8 % (22 Millionen Personen) der US-Bevölkerung.

Das brasilianische Forschungsteam unter der Leitung von Luis Andrade, MD, PhD, von der Federal University of São Paulo, rekrutierte 918 gesunde Personen (634 Frauen und 284 Männer) im Alter zwischen 18 und 66 Jahren für diese Studie. In der Kontrollgruppe befanden sich 153 Patienten mit rheumatischen Autoimmunerkrankungen wie Lupus (87), systemischer Sklerose (45), Sjögren-Syndrom (11) und idiopathischer entzündlicher Myopathie (10). Um die Konzentration von ANA im Blut zu bestimmen, wurden bei allen Teilnehmern ANA-HEp-2-Tests durchgeführt und als positiv gewertet, wenn ein gut definiertes IIF-Muster identifiziert wurde.

"Der ANA-HEp-2-Test ist bei einem beträchtlichen Teil der Allgemeinbevölkerung positiv und unsere Ergebnisse haben Unterscheidungsmerkmale zwischen gesunden Personen und Patienten mit Autoimmunerkrankungen festgestellt, die für eine genaue Interpretation der Testergebnisse unerlässlich sind", erklärte Dr. Andrade. Die Forscher stellten fest, dass positive ANA-HEp-2-Tests bei gesunden Teilnehmern überwiegend als nukleares fein gesprenkeltes (NFS) Muster (bei niedrigem bis mäßigem Titer) oder als nukleares dichtes fein gesprenkeltes (NDFS) Muster (häufig bei hohem Titer) in 46. auftraten % bzw. 33 % der ANA-positiven gesunden Personen. Gesunde Teilnehmer zeigten kein nukleäres grob gesprenkeltes (NCS) oder nukleäres homogenes (Ho) Muster.

Bei Patienten mit Autoimmunerkrankung zeigte das ANA-HEp-2 positive Ergebnisse bei einem überwiegend moderaten bis hohen Titer. Es wurde ein ausgeprägtes ANA-HEp-2-Musterprofil beobachtet, gekennzeichnet durch das Fehlen des NDFS-Musters und das ausschließliche Auftreten von NCS (26 %), zentromerisch (8 %), nukleär homogen (7 %) und zytoplasmatisch dicht fein gesprenkelt (3%) Muster. ANA-positive Patienten mit bestätigten Autoimmunerkrankungen zeigten ebenfalls das Vorhandensein des NFS (42%), jedoch mit einem höheren Titer als bei gesunden Personen.

Am Ende einer 4-jährigen Nachbeobachtungszeit behielten 73 % der ANA-positiven gesunden Personen ein positives Testergebnis, entwickelten jedoch keine Symptome einer rheumatischen Autoimmunerkrankung. „Unsere Studie bestätigt, dass das ANA-HEp-2-Muster für die richtige Diagnose von Autoimmunerkrankungen entscheidend ist und zukünftige Forschungen versuchen sollten, die Interpretation der Testergebnisse verschiedener ANA-Experten und ANA-HEp-2-Objektträgermarken zu reproduzieren“, schloss Dr. Andrade.

Beliebt nach Thema